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Das neue EFQM Excellence Modell für das Jahr 2000

© H. Kirstein

Das EFQM- Modell ist in den vergangenen Jahren zu einem weitgehend anerkannten Instrument der Unternehmensbewertung und Unternehmensausrichtung bezüglich Umfassenden Qualitätsmanagements geworden. Nachdem das EFQM Modell über viele Jahre praktisch unverändert geblieben war, hatte sich die EFQM im vergangenen Jahr dazu entschlossen, einige größere Änderungen vorzusehen.

Letztlich ist ein neues Modell entstandenen, das sich rein äußerlich nur unwesentlich vom Vorgänger- Modell unterscheidet. Dennoch sind eine Reihe wesentlicher Veränderungen zu verzeichnen, die man erst feststellt, wenn man sich detaillierter mit den Einzelheiten des neuen Modells auseinandergesetzt.


Abb. 1   Das neue EFQM- Modell für Excellence hat den vertrauten Grundaufbau (kursiv = geändert)

Um die Unterschiede herauszuarbeiten, ist es zweckmäßig, sozusagen wie beim Schälen einer Zwiebel von außen nach innen die vorgenommenen Änderungen zu untersuchen und zu bewerten.


1. Neuer Name

Erster Unterschied liegt in der Namensgebung: das bisherige Modell lief unter der offiziellen Bezeichnung "Modell für Business Excellence". Diese Bezeichnung wurde nun in "EFQM Excellence Modell" geändert.

Hauptgrund dürfte in Marketinggesichtspunkten liegen, da man bei der EFQM inzwischen erkannt hat, daß das EFQM Modell einen hohen ideellen Vermögenswert der EFQM darstellt. Man möchte mit 'Business Excellence' den Namen der EFQM verbinden.

Es ist vorgesehen, von den verschiedenen Versionen, wie für den Öffentlichen Sektor, wieder abzugehen. Vielmehr soll das neue Modell so flexibel sein, daß es sich auf alle denkbaren Anwendungszwecke anpassen läßt.


2.   Bisheriges Lay-out blieb unverändert

Beim Lay- out ist alles 'beim Alten' geblieben – zum Glück, denn die Form des EFQM- Modells ist gleichzeitig zu seinem Markenzeichen geworden.

Es ist bei den bisherigen neun Kriterien geblieben, die auch optisch in der gleichen Art wie früher mit Hilfe von vertikalen und horizontalen Kästen dargestellt werden. Auch die prozentuale Bewertung ist wie bisher, d.h. mit den gleichen Prozentzahlen, erhalten geblieben. Zusätzlich ist jedoch unter den Kriterien ein Pfeil mit der Bezeichnung 'Innovation und Lernen' zugefügt, so daß nun zusammen mit den nach oben gewanderten Bezeichnungen für 'Befähiger' und 'Ergebnisse' und mit den Modellkriterien ein geschlossener Regelkreis gebildet wird.

Gleichzeitig hat man damit in zwei neue Begriffe eingeführt, die bisher nur untergeordnet im Modell enthalten waren: 'Innovation' wird stärker als bisher betont, indem es den gesamten Modellzyklus umfaßt und damit auf alle Kriterien angewandt werden soll. 'Lernen' war bisher nur auf den Begriff Mitarbeiter bezogen; durch das Herausstellen wird Lernen damit auf das gesamte Modell angewandt; damit wird betont, daß über das individuelle Lernen hinaus, die Organisation als ganzes einen Lernprozeß vollziehen soll. Dieser wiederum soll zusammen mit Innovation einen Verbesserungszyklus in der Anwendung des Modells und seiner Umsetzung im Unternehmen herbeiführen.

3. Hauptkriterien – die wichtigsten Gebiete bleiben

Wie schon erwähnt, sind die Hauptkriterien fast unverändert, jedoch mit einigen kleineren, aber wichtigen, Unterschieden. Wesentlichste Neuerung ist die Aufnahme von 'Partnerschaft', die in das bisherige Kriterium 'Ressourcen' aufgenommen wurde. Auf der Ergebnisseite werden nun durchgängig alle vier Ergebniskriterien mit dem Wort 'Ergebnisse' gekennzeichnet, wobei sich diese auf die globalen Überbegriffe 'Mitarbeiter', 'Kunden' und 'Gesellschaft' beziehen; statt der bisherigen Bezeichnung 'Geschäftsergebnisse', sind Ergebnisse jetzt auf 'Schlüssel- Leistungen' ausgerichtet und beziehen sich damit deutlicher auf die entsprechenden Prozesse auf der Befähigerseite. Die Hauptanforderung ist in dem jeweiligen Befähigerkriterium nach wie vor mit dem Wort 'Wie' eingeleitet, so daß die Betonung nach wie vor in der Vorgehensweise liegt, die von der Organisation erläutert werden soll. Dieser Hinweis ist wichtig, da die Ansprache der Hauptkriterien selbstverständlich auch für die Unterkriterien gilt, in denen diese 'Wie'- Formulierung nicht mehr enthalten ist.
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